Resolution zu Stuttgart 21

Stuttgart, 14. Oktober 2010

Als freie, verantwortungsvolle Unternehmerinnen und Unternehmer in Baden-Württemberg sprechen wir uns für eine alternative, nachhaltige und gering invasive Lösung bei der Modernisierung der Bahnstrecken und des Kopfbahnhofs in Stuttgart aus.

Wir sind gegen die Umsetzung der derzeitigen Planungen im Großprojekt Stuttgart 21. Wir wollen in Stuttgart keine weitere Verschlechterung des Klimas, weder durch Fällung Hunderter alter Bäume noch durch Unterkellerung und Versiegelung großer Flächen mitten in der Stadt. Dieses Projekt kann und muss ein verbessertes und aktualisiertes Kosten- und Nutzen-Verhältnis haben. Wir wollen mit einer schonenden Lösung „oben bleiben“.

Wir vertreten die Auffassung, dass eine Modernisierung des Stuttgarter Bahnhofs, inklusive der Anbindung des Stuttgarter Flughafens, für ganz Baden-Württemberg von großem Vorteil ist. Ebenso halten wir eine Modernisierung der wichtigsten Bahnstrecken im Land für sinnvoll. Wir sind überzeugt, dass die erforderliche Infrastrukturentwicklung – unter den veränderten Rahmenbedingungen im Jahre 2010 – erheblich kostengünstiger, risikoärmer und nachhaltiger erreicht werden muss, als es die derzeitigen Planungen der Deutschen Bahn vorsehen.

Wir setzen uns dafür ein, dass in friedlicher, wertschätzender und vernünftiger Weise den Bedenken, die derzeit in wachsendem Maße in der Bevölkerung und auch in der Wirtschaft vorhanden sind, Rechnung getragen wird. Wir halten eine Friedenspflicht und einen strukturierten Klärungsprozess für vernünftig und lehnen ausdrücklich die Verwendung von institutioneller Gewalt und Machtdemonstrationen ab. Dazu gehört auch die Schaffung weiterer vollendeter Tatsachen im Umfeld des Stuttgarter Bahnhofs.

Mit Sorge beobachten wir die mangelnde Souveränität und den sprachlichen und politischen Kulturverfall im Umgang mit berechtigten Anliegen. Wir plädieren dafür, dass maßvolle Argumente und Fakten zählen. Wir warnen davor, durch Polarisierung oder Negation der Einwände den derzeitigen Konflikt zu verschärfen. Wir wollen jetzt faire Gespräche und die beste machbare Lösung für die Menschen und unser Land ausarbeiten.

Dieses Projekt ist ein Jahrhundertprojekt, wenn es schwäbisch gemacht wird: findig, sparsam und schonend.