Ein Bauzaun macht Geschichte

Stuttgart, 27. Oktober 2010

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

Es ist ein großer Erfolg, dass das Haus der Geschichte Baden-Württemberg und das zukünftige Stadtmuseum der Landeshauptstadt Stuttgart erklärt haben, dass der gesamte Bauzaun ins Museum soll und die Verhandlungen mit den Baufirmen zur Übergabe kurz vor dem Abschluss stehen. 

Was ist denn das Besondere an diesem Zaun? Er ist tausendfach manifestierte persönliche Empörung, Wut und Hoffnung in unterschiedlichsten Formen. Er zeigt die Kreativität und das Wissen, das in unserer Stadt und unserer Bewegung steckt. Texte und Bilder, die in unserem kollektiven Bewusstsein schlummern, wurden witzig und kenntnisreich eingesetzt, kreativ verfremdet oder collagiert. Dieser Zaun ist eine soziale Skulptur im Sinne von Josef Beuys. Er wurde von keiner Organisation unseres Bündnisses erstellt oder befohlen, sondern er ist spontan entstanden.

Gestern Nachmittag wurden jetzt von der Polizei am Nordausgang mehrere Kunstwerke beschlagnahmt mit dem Hinweis, dass Bahnchef Grube Anzeige wegen persönlicher Beleidigung gestellt habe. Auch am ehemaligen ZOB suchte die Polizei nach einer Mappus-Karikatur, um sie als Beweismittel zu fotografieren.

Hat man plötzlich Angst vor der Geschichte nicht zu bestehen oder dass als nächstes Stuttgart 21 im Museum landet?

Nutzt die letzten Termine für Kunstführungen am Bauzaun des Nordflügels.

Donnerstag, 28.10.2010, 17.00 Uhr Führung Dr. Ulrich Weitz

Dort wird eine Fotografin „Der Zeit“ anwesend sein.

Donnerstag, 28.10.2010, 18.15 Uhr Premiere Führung im Park (Denkmal, Bäume, Bauzaun) Führung Dr. Hilde Nittinger und Dr. Ulrich Weitz

Donnerstag, 28.10.2010, 20.30 Uhr Kunstnacht vor dem Bauzaun, Kunstführung mit Dr. Ulrich Weitz und Gespräche mit S21 Befürwortern

Am Donnerstag, 05.11.2010 sind wieder zu den gleichen Terminen kostenlose Führungen vorgesehen, Buchung aller Termine über www.reisen-kunstvermittlung.de oder email info@reisen-kunstvermittlung.de

Unsere Argumente, unsere Friedfertigkeit, unsere Phantasie und Kreativität zeichnen unsere Streitkultur aus, auf die wir stolz sein können.